Britischer Sänger Terry Reid im Alter von 75 Jahren gestorben

Mittwoch, 06.08.2025 10:27 Uhr

Er lehnte Led Zeppelin ab – und wurde selbst zur Legende.

Der britische Sänger und Gitarrist Terry Reid, von Musiklegenden wie Aretha Franklin und Mick Jagger hochgeschätzt, ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Ein Sprecher bestätigte den Tod des Musikers, ohne eine genaue Ursache zu nennen. Reid litt zuletzt an Krebs und weiteren gesundheitlichen Problemen, die ihn bereits Anfang des Jahres zu Krankenhausaufenthalten und zur Absage einer geplanten Tour zwangen.

Bekannt wurde Reid unter dem Spitznamen „Superlungs“ – ein Verweis auf seine kraftvolle, seelenvolle Stimme und seine Interpretation des Donovan-Songs Superlungs My Supergirl. Zwischen 1968 und 1978 veröffentlichte er fünf Alben, die von Kritikern gelobt, aber kommerziell kaum erfolgreich waren. Sein 1973 erschienenes Album River, eine Mischung aus progressivem Folk, R&B, Funk, Pop und Samba, entwickelte sich später zum Kultklassiker und fand erst Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung ein breites Publikum.

Reid galt als Musikerliebling und war in der Szene bestens vernetzt. In den späten Sechzigern tourte er mit den Rolling Stones und Cream. Aretha Franklin sagte 1968 über ihn: „In England passiert nur dreierlei: die Rolling Stones, die Beatles und Terry Reid.“ Auch Robert Plant erinnerte sich auf Instagram an die gemeinsame Zeit und würdigte die Inspiration, die er durch Reid erfahren habe.

Geboren in Cambridgeshire begann Reid schon als Teenager mit dem Songwriting und spielte zunächst in der Band von Peter Jay. 1967 startete er seine Solokarriere – unterstützt von Jimi Hendrix und dem Produzenten Mickie Most. In diesem Jahr erhielt er auch ein legendäres Angebot: Jimmy Page wollte ihn als Sänger für seine neue Band, die später als Led Zeppelin weltberühmt wurde. Reid lehnte ab und empfahl stattdessen Robert Plant und John Bonham. „Ich wollte mein eigenes Ding machen … die halbe Band habe ich ja beigesteuert, das reicht“, sagte er später augenzwinkernd.

Für Reid selbst stand Musik immer im Vordergrund, nicht der Ruhm. „Ich bin Teil einer Musiker-Gemeinschaft. Singen zu dürfen – das war immer mein Traum.“

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