Ringo Starr legt nach. Schon im vergangenen Jahr hatte er, mehr als 50 Jahre nach „Beaucoups Of Blues“ überraschend wieder ein Country-Album veröffentlicht. Nun folgt Schlag auf Schlag direkt das nächste Werk. „Long Long Road“, sein mittlerweile 22. Studioalbum, erscheint am Freitag. Für die Aufnahmen arbeitete der 85-Jährige erneut mit Produzent T Bone Burnett zusammen.
Der Titel des Albums hat für Starr eine persönliche Bedeutung. Bei einem Listening-Event in Los Angeles erklärte er, der Name spiegele seinen eigenen Lebensweg wider. Es sei ein "langer Weg" von den frühen Tagen in Liverpool über London bis nach New York gewesen, so der Musiker rückblickend.
Trotz dieser Rückschau verstehe sich „Long Long Road“ als modernes Country-Album. Einige prominente Gäste, die Burnett für die Aufnahmen in Nashville gewinnen konnte, machen für die neue Platte ihre Aufwartung. Darunter Sheryl Crow, St. Vincent, Molly Tuttle und Sarah Jarosz. Die Studioband entspricht dabei weitgehend der Besetzung des Vorgängeralbums „Look Up“.
Die zehn Songs versprechen eine bunte Mischung aus Coverversionen und eigenen Stücken. Dabei verbindet Starr klassische Country-Elemente mit Einflüssen aus dem Rock. In seinen Songs verarbeitet Starr Themen, die ihm auch selbst vertraut sind. Das rastlose Unterwegssein und auch insbesondere das Älterwerden. Die Drummer-Legende feierte im letzten Jahr ihren 85. Geburtstag.
Auch musikalisch verschlägt es Starr an seine Anfänge und zurück zu seinen Wurzeln. Seine Begeisterung für Country und Blues entstand bereits in seiner Jugend in Liverpool. Dort brachten Seeleute amerikanische Schallplatten mit. Eine Auswanderung in die USA stand für den späteren Fab-Four-Drummer sogar kurzzeitig im Raum, wurde jedoch verworfen.
Auf „Long Long Road“ interpretiert Starr unter anderem den Song „I Don’t See Me In Your Eyes Anymore“. Der wurde zuvor bereits von Carl Perkins gesungen. Die Auswahl knüpft auch an frühere Aufnahmen mit den Beatles an, mit denen Starr ebenfalls Songs aus dem Umfeld von Perkins eingespielt hatte.
Zu den ruhigeren Momenten des Albums zählen Titel wie „You And I (Wave Of Love)“ und „She’s Gone“. Hier setzt Starr seine Stimme bewusst zurückhaltend und gefühlvoll ein. Diese Mischung aus Erfahrung, Gelassenheit und persönlicher Note ist es, das dem Album seine ganz eigene Wirkung verleiht.
Auch optisch gibt es eine Verbindung zur Vergangenheit: Auf dem Cover trägt Starr ein auffälliges purpurnes Rüschenhemd, das er bereits zu Beatles-Zeiten im Studio getragen hatte. Ein bewusst gewähltes Detail, das den Bogen zwischen damals und heute spannt.
Und die Verbindung zur eigenen Geschichte bleibt aktuell. Wir berichteten bereits darüber: Auf dem kommenden Album von Paul McCartney wird es einen gemeinsamen Song der beiden letzten Beatles geben. Starr selbst zeigt sich davon begeistert. Trotz anfänglicher Reibereien betonte er, es sei für ihn nach wie vor etwas Besonderes, mit seinem früheren Bandkollegen Musik zu machen.
Long Long Road erscheint am Freitag, den 24.04.2026.
Bild: pixabay/EyeCandyDesignz



