Warum die Rolling Stones „Brown Sugar“ nicht mehr spielen

Donnerstag, 28.08.2025 10:43 Uhr

Mick Jagger und Keith Richards liefern unterschiedliche Begründungen.
Ein Klassiker verschwindet von der Bühne

Seit 1971 gehört „Brown Sugar“ zu den bekanntesten Songs der Rolling Stones – und war jahrzehntelang fester Bestandteil ihrer Konzerte. Doch seit dem Start der „No Filter“-Tour 2021 in St. Louis fehlt der Track in der Setlist. Fans wundern sich: Warum streichen die Stones ausgerechnet diesen Hit?

Richards: „Begrabt das Baby nicht“

Gitarrist Keith Richards sieht die Kritik an dem Song kritisch. Gegenüber der Los Angeles Times sagte er: „Ich versuche immer noch zu verstehen, was das Problem ist. Viele übersehen, dass es ein Song über den Horror der Sklaverei ist.“ Richards räumt zwar ein, dass „Brown Sugar“ gerade auf dem Abstellgleis stehe, hofft aber: „Ich hoffe, wir führen das Baby irgendwann in all seiner Herrlichkeit wieder auf.“

Jagger: Einfach mal was anderes spielen

Frontmann Mick Jagger erklärt die Entscheidung deutlich pragmatischer. Nach über 50 Jahren sei es Zeit gewesen, das Stück aus der Rotation zu nehmen: „Wir haben ‚Brown Sugar‘ jeden Abend seit den 1970ern gespielt. Manchmal denkt man: Lass es uns mal rausnehmen und sehen, wie das ist.“ Zudem sei es eine Herausforderung, bei Stadion-Konzerten eine Setlist zu basteln, die sowohl die Fans glücklich macht als auch die Band fordert. „Letzte Nacht haben wir ‚Let It Bleed‘ gespielt – auf einer zwölfsaitigen Gitarre. Das macht Spaß und bringt Abwechslung.“

Interpretationen zwischen Skandal und Kult

„Brown Sugar“ sorgt seit jeher für Diskussionen. Manche sehen darin eine Anspielung auf die Sklaverei in den USA, andere verweisen auf Jaggers damalige Beziehung zu Marsha Hunt, während wiederum viele den „braunen Zucker“ als Codewort für Heroin deuten.

Bild: Mark Seliger Universal

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