Spotify löscht 75 Millionen KI-generierte Songs

Dienstag, 30.09.2025 12:40 Uhr

Der Streamingdienst sagt "schlechten Schauspielern" den Kampf an.

Spotify geht verstärkt gegen Musik vor, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurde – und zieht dabei klare Grenzen. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Plattform nach eigenen Angaben rund 75 Millionen sogenannte „Spam-Tracks“ entfernt. Damit reagiert Spotify auf die zunehmende Flut an KI-generierter Musik, die nicht selten in Massen hochgeladen wird, um Algorithmen auszutricksen und Tantiemen abzugreifen.

In einer offiziellen Mitteilung erklärt der Streamingdienst, man wolle das Ökosystem für Musik schützen – vor Inhalten, die von sogenannten „schlechten Schauspielern“ oder „Content-Farmen“ stammen. Diese Inhalte seien oft qualitativ minderwertig, sollen Hörer täuschen und richten laut Spotify Schaden an: Sie verdrängen authentische Künstler, verwässern das Hörerlebnis und untergraben die Vertrauenswürdigkeit der Plattform.

Drei Maßnahmen gegen KI-Missbrauch
Die neue Strategie von Spotify gegen schädliche KI-Inhalte basiert auf drei zentralen Säulen:

  • Verbot der Imitation von Künstlerstimmen: Wenn ein Künstler feststellt, dass eine KI seine Stimme kopiert hat, kann er das melden. Spotify will solche Fälle prüfen und gegebenenfalls die entsprechenden Songs löschen.

  • Neues Spam-Erkennungssystem: Ein neu entwickelter Filter soll Uploads erkennen, die auf Massenproduktion, Duplikate, künstlich kurze Tracks oder andere Manipulationen setzen. So will man gezielt gegen algorithmisch optimierten „Fraß“ vorgehen.

  • Transparenz durch Kennzeichnung: Künftig soll bei Songs kenntlich gemacht werden, ob und wie KI beim Komponieren oder Produzieren beteiligt war – mithilfe des Metadatenstandards DDEX.

Spotify betont, dass die Technologie selbst nicht das Problem sei – vielmehr gehe es um die verantwortungsvolle Nutzung. Generative KI könne ein kreatives Werkzeug sein, doch man müsse verhindern, dass sie zur gezielten Täuschung und Profitmaximierung missbraucht wird.

Hintergrund des neuen Kurses ist auch der enorme Anstieg an Tantiemen-Ausschüttungen: Zwischen 2014 und 2024 stieg die Summe laut Spotify von einer auf zehn Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung lockt auch Betrüger an – doch Spotify will mit der neuen Strategie gezielt dagegenhalten.

Bild: Pixabay

Zurück

Überall Musik hören

Mit unserer kostenlosen App für iPhone und Android