Ticketmaster verliert Gerichtsverfahren

Freitag, 17.04.2026 18:29 Uhr

Der US Veranstaltungsdienstleister Ticketmaster und sein Mutterkonzern Live Nation sehen sich seit geraumer Zeit mit erheblichen Vorwürfen konfrontiert. Die Firmen sollen ein Monopol auf dem amerikanischen Ticketmarkt bilden. Jetzt haben sie vor Gericht verloren.

Das Veranstaltugnsunternehmen Ticketmaster hat in den USA eine juristische Niederlage erlitten. Ein Gericht in New York kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen gemeinsam mit seinem Mutterkonzern Live Nation ein illegales Monopol im Veranstaltungsmarkt aufgebaut habe.

Die Geschworenen bestätigten zentrale Vorwürfe mehrerer US-Bundesstaaten. Die Vorwürfe lautetetn unter anderem, das Unternehmen habe gegen geltendes Recht verstoßen und Verbrauchern finanziellen Schaden in Millionenhöhe zugefügt. Das erklärte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James. Über die konkrete Höhe möglicher Strafzahlungen ist noch nicht entschieden. Live Nation selbst rechnet aber offenbar mit einer Summe von unter 350 Millionen Dollar.

Nach Einschätzung des Gerichts kontrolliert Ticketmaster die Ticketvermarktung für mehr als 200 große Veranstaltungsorte sowie zahlreiche Konzertarenen. Kritisiert wurde insbesondere, dass die Nutzung konzerneigener Spielstätten offenbar an Bedingungen geknüpft wurde. So zum Beispiel daran, dass Künstler zusätzlich Dienstleistungen von Ticketmaster in Anspruch nehmen, damit Konzerte dort gespielt werden durften.

Das US-Justizministerium hatte sich dem Verfahren zunächst angeschlossen. Am Enne hatten sie sich dann aber doch mit dem Unternehmen geeinigt. Live Nation hatte sich unter anderem dazu verpflichtet, die Kontrolle über mehrere Konzertarenen abzugeben und Künstler nicht zu benachteiligen, wenn sie alternative Ticketanbieter nutzen.

Kritik kommt insbesondere aus weiten Teilen der Branche. Viele halten die Maßnahmen für nicht ausreichend.

Ticketmaster steht schon länger in der Kritik. Für große Aufmerksamkeit sorgte unter anderem der Ticketverkauf für die Tour von Taylor Swift. Dort sahen sich Fans nicht nur mit langen Wartezeiten, sondern auch mit teils horrenden Preisen konfrontiert. Auch rund um die diesjährigen Konzerte von Oasis gab es Beschwerden. Fans beklagten etwa steigende Ticketpreise noch während des Verkaufsprozesses. Die Behörden konnten hierfür jedoch keine eindeutigen Belege finden.

Das Urteil könnte nun weitreichende Folgen für den US-Konzertmarkt haben und den Druck auf Ticketmaster weiter erhöhen.

Bild: pixabay / WilliamCho

Zurück

Überall Musik hören

Mit unserer kostenlosen App für iPhone und Android